KRITIK

Trauern und Lachen in einem Atemzug

Nachdem der letzte Satz gesprochen und die Scheinwerfer erloschen waren, saß das Publikum noch lange ergriffen im Dunkeln. (…) So sehr hatten Heide Kalisch als “Mathilde” und Luise Audersch als die tote Schwester “Zus” die Zuschauer in den Bann gezogen, dass zwischen dem Spiel der Protagonistinnen sowie den jungen und älteren Zuschauern keine Trennung zu spüren war. (…) Zu erleben, wie Luise Audersch und Heide Kalisch das umsetzen, das muss man gesehen haben. Die Kinder in der Vorstellung hielt es kaum auf den Plätzen, wenn die beiden bei ihren Spielen über Bett und Regalwand turnten, wenn sie nach ihrer Lieblingsmusik tanzten oder davon träumten, in einer Seifenblase der Musik nachzufliegen, die nur die tote “Zus” hören konnte. Und dann war der plötzlich wieder so unendlich kalt, dass sogar die jungen Zuschauer schauderten. (…) Kommen dann noch zwei junge Schauspielerinnen von solchem Format hinzu, kann es nur ein großartiger Erfolg werden. (…) Die “Schwestern” würden mit Sicherheit auch abends ihr Publikum finden, denn hier erfahren Eltern viel über das Thema Trauerarbeit von Kindern, vom Sprechen über Leben und Tod in der Familie. Ein Stück über Kinder, aber durchaus nicht nur für Kinder. Volksstimme Magdeburg, 19.03.2012, Rolf-Dietmar Schmidt

Kratzen an der Tür

(…) Schauspieldirektor Jan Jochymski hat ein beklemmendes Kammerspiel von Überforderung, Aggressivität und Hilflosigkeit ins Studio gebracht. (…) Die Hauptfigur hat Jan Jochymski auf eine junge Frau (Luise Audersch) und eine etwas ältere Frau (Michaela Winterstein) verteilt, so bekommt sie etwas Exemplarisches und nicht nur ein Gesicht. (…) Luise Audersch und Michaela Winterstein spielen das sehr intensiv zwischen Aggression und dem Wunsch, sich anzukuscheln, zwischen liebevollen und fast bösartigen Gedanken an die (unsichtbar bleibenden) Kinder. Und Jochymski lädt Kumpfmüllers fast nüchternen Text mit heftigen Emotionen auf. (…) Nachtkritik.de, 20.05.2011, Ute Grundmann

Lebensflucht in die Katastrophe

(…) Glaubhaft zeigt Luise Audersch den Zorn und die Erbitterung der Protagonistin, ihre Sehnsucht und ihre sich langsam steigernde Hilflosigkeit. Die Figur der jungen Frau spielt Luise Audersch jedoch nicht allein. Michaela Winterstein unterstützt sie als eine Art zweites Ich, aber ein Ich, welches eine Generation älter ist. (…) Diese Spiegelung vom eigentlichen Wollen und seinem Resultat beeindruckt durchgängig in der klaren Diktion von Audersch und Winterstein sowie in ihrer körperlichen Präsenz. Volksstimme Magdeburg, 23.05.2011, Gisela Begrich